Einsatzübung „Römergarten“ – Ein Erfahrungsbericht vom 08.07.2019

19:08 Uhr – Das Heulen der Sirene in Saulheim ertönt, während parallel die Pager der aktiven Feuerwehrmitglieder mit der Alarmierung beginnen.
Ein kurzer Blick auf das Display des kleinen Piepsers zeigt:
                Sirene Saulheim S1.14
                Einsatzübung/Nieder-Saulheim
                Ritter-Hundt-Straße 1 ///
                Römergarten Residenz

„Es brennt in der Seniorenresidenz!“

Bereits die ersten Mitbürger sind vor Ort, um sich einmal einen Eindruck von Ihrer Freiwilligen Feuerwehr zu machen.
Es ist eine Übung! Doch es ist eine Übung die allerdings von den Aktiven sehr ernst genommen wird!

Die Feuerwehrmänner und -Frauen wissen was zu tun ist. Schnell aber sicher zur Feuerwehr, umziehen und auf die Fahrzeuge verteilen.

Die Gruppenführer der einzelnen Fahrzeuge erhalten zusätzliche Informationen. Alles geschieht innerhalb von wenigen Minuten und Sekunden.

Die ersten Schutzmaßnahmen der Mitarbeiter der Seniorenresidenz sowie die Sicherheitsmechanismen der Türen des Gebäudes und der Fahrstühle haben einwandfrei funktioniert.
Wertvolle Sekunden, bis die Feuerwehr an der Einsatzstelle ist.

Schnelligkeit ist hier gefragt. In weniger als 5 Minuten meldet sich bereits das erste vollbesetzte Löschgruppenfahrzeug an der Einsatzstelle an.

Die ersten Schritte eines Einsatzes verlaufen sehr häufig auf die gleiche Weise. Der Einsatzleiter verschafft sich einen ersten Überblick über die Situation vor Ort, während er den Atemschutzgeräteträgern bereits das Ausrüsten befohlen hat.

Die Besonderheit des Einsatzortes:
Am Empfang der Seniorenresidenz kann man genau nachschauen, welche Rauchmelder des Gebäudes ausgelöst haben. Zusätzlich erhält man sogenannte „Laufkarten“, welche einem den bestmöglichen Weg aufzeigen, um zur Feuerquelle zu kommen.
Da sich bereits der Rauch verteilen konnte, haben sich mehrere Rauchmelder ausgelöst. Alle im 2ten Stock des Südflügels.

Wieder muss der Einsatzleiter weitere Befehle erteilen. Schnell wird die Straße vollgesperrt und die ersten Schläuche ausgeworfen, um eine Wasserversorgung zu garantieren.

Jahrelange Übung der Aktiven lässt dies wie Routine wirken.

Der Einsatzleiter geht mit dem ersten Angriffstrupp unter Atemschutz und ausgerüstet mit einem Strahlrohr zur Südseite des Gebäudekomplexes.

Der wichtigste Befehl des Einsatzleiters an seinen Angriffstrupp: „2ter Stock – Haushydrant am Treppenausgang – danach rechts – 4. Tür! Zur Menschenrettung vor und Feuerquelle suchen!“.
Kurze und knappe Worte, welche durch den Truppführer wiederholt und dann umgesetzt werden.

Der Angriffstrupp, in voller Montur und mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet, ist im schnellen Schritt innerhalb weniger Augenblicke bereits im zweiten Stock und kann bereits den ersten Rauch sehen. Schnell ist klar aus welchem Zimmer der Rauch auf den Flur dringt.
Doch schnell diese Tür öffnen und reingehen, so einfach ist es nicht. Erst wird die Wärme der Tür ertastet und mit einem Seil die Klinke so befestigt, dass man diese im Notfall schnell wieder zuziehen kann.
Mit einem schnell installierten Rauchvorhang wurde ebenfalls eine weitere Sicherheitsmaßnahme unternommen.

Draußen wird bereits ein zweiter Angriffstrupp in das Gebäude entsendet und ein weiterer Trupp wird zur eigenen Sicherung bereitgestellt. Über das Funkgerät werden Informationen an jeden weitergetragen. Denn Informationen über die Lage vor Ort sind der Schlüssel für die Entscheidungen.

Die anderen Feuerwehrleute sind währenddessen dabei, die ersten Personen über eine schnell aufgebaute Schiebeleiter aus dem zweiten Stock herauszuholen.

Vor der Brandquelle ist bereits der erste Angriffstrupp in das Zimmer vorgestoßen und konnte den Brandherd löschen.

Um 19:28 Uhr wird der Einsatz für „erfolgreich“ beendet erklärt.

Planer der Übung, Jens Lehrbach, und der Saulheimer Wehrführer, Karsten Bieser, waren sehr zufrieden mit dem Einsatz und dem Ablauf der aktiven Feuerwehrmänner und -Frauen! Dennoch, Kleinigkeiten gibt es immer zu verbessern, denn dafür übt man schließlich.

Die Residenzleiterin Ute Pees hat leider bereits früher einen Brand in einem Seniorenheim miterlebt und weiß wie wichtig solche Übungen für die Feuerwehrleute und auch für das eigene Personal sind. Sie hat ausdrücklich erwähnt, dass gerade in einem Ernstfall eine geeignete Sammelstelle für die Bewohner der Seniorenresidenz in der Schulsporthalle nebenan wäre. Eine wichtige Komponente im Falle eines Einsatzes.
Frau Pees war äußerst zufrieden und hat sich rechtherzlich bei der Feuerwehr Saulheim bedankt. Aber auch die Feuerwehr ist immer dankbar für solche Übungsmöglichkeiten.

Zum Glück alles nur eine Übung. Aber eine Übung, aus der man viel Wissen mitnimmt.

 

 

„Bilder der Einsatzübung folgen in Kürze“